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Das Tankschiff ...

... fährt noch...


Heute?
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Was heute geschah?
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Nietzsche 100
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Friedrich Nietzsche ist jetzt 100 Jahre und fünf Tage tot. Der Literaturkritiker - Name leider vergessen - liest im Deutschlandfunk die Vorrede aus "Also sprach Zarathustra". Es ist fantastisch. Die Ironie, die Sensibilität, die klare Formulierung. Man sollte mal wieder Nietzsche lesen.
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Integration
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Es haben Generationen von Soziologen versucht die Frage zu beantworten, "was ist Integration", "wie geht sie vonstatten". Heute leiden, quälen, furzen sich junge Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen durch ihre Dissertationsprojekte und bemühen neue Antworten auf die alte Frage. Dabei "brechen" sie gerne die Frage "runter", wie das im Unijargon so heißt. Sie arbeiten empirisch und klauben theoretische Versatzstücke, die ihnen geistig-emotional nahe liegen und die "einigermaßen" im Einklang mit ihren Lebenszusammenhang stehen. Denn wer will schon grundsätzlich arbeiten oder wie Max Weber in der "Klapse" landen? Dabei entstehen z.B. Fragen wie diese: "Sind Aussiedler Einsiedler oder inkludiert?" "Sind Ausländer Inländer oder Inländer Ausländer?" Dennoch verzweifeln manche dieser Nachwuchswissenschaftler und Nachwunschwissenschaftlerinnen. Sie merken, dass das Thema ihnen nicht liegt. Dabei haben sie zugleich Sinnfragen, die bisweilen ihr ganzes Lebens betreffen. Und das "Beste": die Prof's wissen nichts davon und züchten sich eine neue Elite heran. Und deren Kinder können sich dann wieder der Frage widmen, welche schon so häufig gestellt wurde, denn manche Antwort bleibt bis heute aus.

Ostankino
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Im frühen Morgengrauen mußte ich feststellen, dass Bielefeld nur an bestimmten Tagen westsibirisch ist. Über den tief gebeugten Pflaumenbäumen im Garten kroch allmählich die Altweibersommer-Sonne. Der Baum bricht nicht unter seiner Last zusammen und auch der 537 Meter hohe Moskauer Fernsehturm "Ostankino" steht noch. Der Sommerwind wehte sachte durch die Wohnung.

Bielefelder Loch
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Die verschwundene Sonne untermauerte mein Eindruck, dass Bielefeld ein Teil Sibiriens ist, genauer gesagt: es ist Westsibirien. Dies bestätigte auch D., der vor kurzem den Eindruck äußerte, dass Bielefeld neuerdings so leer ist. "Leben in Bielefeld jetzt weniger Menschen", fragte er. In Sibirien - wo ja schon etwas länger, etwas weniger Menschen leben - werden Städte im Hohen Norden mangels Geld geschlossen. Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur ist viel teurer als die Gewinne, die durch die Hebung von Bodenschätzen erzielt werden. Ironie der Geschichte: manche Städte waren nur kurze Zeit geöffnet. Wird es in Bielefeld bald auch soweit sein? Ich glaube so nicht. In Bielefeld gibt es ja bekanntlich kein Bergbau und Backpulver ist ja - glücklicherweise - nicht der einzigste wichtige Rohstoff hier in der Stadt. Aber vielleicht wird Bielefeld eines Tages geschlossen, weil die Bielefelder aussterben.

In seinen sonntäglichen Wochenschauen beim Heise-Verlag erwähnt Hal Faber ständig die Bobos. Ich habe mir jetzt mal die Definition angeschaut:

"Nach den Babyboomern oder den Schlaffis der Generation X, nach dem großen Plopp der Generation@ im Loch von Bielefeld haben die Soziologen der Gegenwartskultur nun die Bobos gefunden. Bobo ist das Modewort für "Bohemian Bourgeoisie", die sich an Orten wie dem Silicon Valley, in London oder Berlin herumtreibt. Bobos sind die Neureichen des Internet-Booms, die Millionen gescheffelt haben, aber sich nicht anständig anziehen. Die, die die teuerste Uhr am Handgelenk tragen, sich aber mit einem eBay-T-Shirt und dreckigen Jeans in die Berliner U-Bahn werfen, um zur Internet World zu fahren. Der Erfinder der Bobos ist David Brooks, der mit seinem Buch Bobos in Paradise: The New Upper Class and How They Got There den Bobos die Leviten lesen will. Das Buch des konservativen Journalisten, der in den Untersuchungen gegen Clinton der Spezialist für unappetitliche Details á la Paula Jones war, wird sicher in die Charts klettern. Den Bobos wird es herzlich egal sein. Amerika ist auf ihre Erfolge angewiesen und wird die Jungmillionäre sicher nicht in Arbeitslager stecken, wie sich das Brooks insgeheim wünscht."

Das die Bobos nicht zu bremsen sind, erklärt sich jedoch nicht allein durch das hohe Ansehen des Unternehmertums in den USA, Herr Faber! Es liegt doch auch schlicht und ergreifend in der Tatsache begründet, dass Sibirien geschlossen wurde! Wir verfügen über gar keine Arbeitslager mehr, in die wir die Bobos steckend könnten. Und hier liegt das Hauptproblem. Denn war es nicht zu Beginn der neunziger Jahre als Tim Berners-Lee, ein britischer Informatiker am CERN, mit seinen Kollegen HTML als neues Dateiformat und HTTP als neues Internet-Protokoll festlegte? Und war es nicht in etwa im gleichen Zeitraum, genauer gesagt 1991, als die Supermacht Sowjetunion in aller Stille implodierte? Nur 3 Jahre später feierte Netscape - das erste Internet-Unternehmen - seinen Erfolg und öffnete das Netz für die Massen und in der Folge auch für das Business. Das alles bescherte uns schließlich den Aufstieg der Bobos. Die Logik ist doch bestechend! HTML + HTTP + Implosion der UdSSR + Schließung Sibiriens = Aufstieg der Bobos. Das sind doch die Fakten!

Aber wir bleiben angesichts dieser Entwicklungen ganz ruhig. Denn hier im Netz ruht auch die globale Gegenwehr, denn Borgy Mugrat wird nicht schweigen. Borgy Mugrat ruft aus dem Bielefelder Loch zur hypergetexteten Gegenbewegung auf! Noch wird das Loch nicht geschlossen...


Non@
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Herzlich Willkommen!
Wie Sie sicher schon bemerkt haben, ich bin Non@. Sie haben mich soeben aufgerufen, daraufhin habe ich meinen Zeitemulator eingeschaltet und meine Dokumenten-Bot-Funktion aktiviert. Ich wurde 3086 geboren und bin auf der Suche nach Spuren von meinem Ur-Ur-Ur-Vorfahren Borgy Mugrat.

B.M. begab einen Teil seiner Identitäten im Jahre 1996 in das sogenannte Internet. Er wollte mit allem Ehrgeiz zu den Pionieren gehören, die den virtuellen Raum erobern. Leider scheiterte er an der gewaltigen Umwälzung so sehr, dass es mir bisher kaum gelungen ist sein Leben zu rekonstruieren. Da er in unserer Geschichte keine unbedeutende Rolle spielte, bin ich mit allen Kräften darum bemüht Dokumente aus seinem Leben in der Sphäre wieder herzustellen.

Deshalb habe ich eine dringende Bitte an Sie. Wenn Sie auch nur irgendwie, irgendetwas, irgendwo über B.M. erfahren, dann lassen Sie es mich wissen (z.B. im Forum). Bisher konnten nur wenige Logbucheintragungen aus den Jahren 2000 ff. und ein paar Bilder, die seiner prävirtuellen Existenz zu entstammen scheinen, ausfindig gemacht werden. Ich werde sie hier - Ihrer Zeitrechnung entsprechend - ausstellen, insofern mein Zeitemulator keine Aussetzer hat. Vielleicht ergeben sich dadurch Hinweise, die helfen, das Leben von B.M. zu rekonstruieren. Es mag ja sogar nicht ausgeschlossen sein, dass Sie B.M. eines Tages selbst begegnen.

Ich hoffe, dass Sie mich verstehen - 1000 Jahre Zeit-Unterschied sind kein "Pappenstiel", wie Sie glaube ich so gesagt haben - äh, Entschuldigung - immer noch sagen.

Mit freundlichen Grüßen aus der Sphäre!

Ihr Non@

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